Das Verfahren der zweifarbigen Spritzguss-Silikonprodukte ermöglicht die Kombination von weichen und harten Materialien, Farbübergänge und die funktionale Zoneneinteilung auf einem einzigen Teil. Es wird häufig bei Konsum- und Industrieartikeln eingesetzt, die eine angenehme Haptik, Dichtigkeit, Rutschfestigkeit oder ästhetische Zoneneinteilung erfordern, wie beispielsweise Griffe, Knöpfe, Dichtungsringe, Komponenten für medizinische Geräte und elektronische Gehäuseteile.
Typische Anwendungen:
- Griffe und Griffteile: Integration von weichen Griffbereichen mit einem starren Stützkern zur Verbesserung des Haltkomforts und der Haltbarkeit.
- Tasten und Bedienfelder: zweifarbige, klar zweifarbige Tastenoberflächen, die Tastgefühl und visuelle Identifizierung in Einklang bringen.
- Dichtungen und Ventilteile: Schaffung unterschiedlicher Härtezonen auf Dichtungsringen oder Ventilsitzen, um die Anforderungen an Dichtheit und Elastizität zu erfüllen.
- Kinder- und Medizinprodukte: Verwendung von ungiftigem Silikon für komfortable Oberflächen und strukturierte Unterstützung.
- Elektronische Zierteile und Hüllen: wetterbeständige, vergilbungsfreie Sichtteile mit Farbsegmentierung.
- Druckdämpfende und rutschfeste Teile: Kombinieren Sie Energieabsorption und Abriebfestigkeit, um den Schutz zu verbessern.
Gängige Materialien und Eigenschaften von zweifarbigen spritzgegossenen Silikonprodukten:
- LSR (Flüssigsilikonkautschuk): gute Fließfähigkeit, geeignet für hochpräzise Texturen und Details, beständig gegen hohe und niedrige Temperaturen und ungiftig.
- TPE, TPV-modifizierte Silikone (mit Silikon co-injiziert oder in Verbundstrukturen): werden verwendet, um unterschiedliche Härtegrade zu erreichen oder Kosten zu optimieren.
- Verschiedene Härtekombinationen: Kombinationen aus einem harten Kern (z. B. Silikon mit höherer Härte oder technische Kunststoffe) mit weichem Silikon, um strukturelle Unterstützung und angenehme Haptik auszugleichen.
- Farbstoffe und Additive: Verwendung von Farbstoffen und funktionellen Füllstoffen, die den ROHS-, Lebensmittel- und Medizinproduktenormen entsprechen, um Anforderungen an Wetterbeständigkeit, antibakterielle Eigenschaften oder Flammschutz zu erfüllen.
Spritzgussverfahren und Produktionsablauf:
- Materialvorbereitung: Bereiten Sie LSR- oder Silikonmaterial gemäß der Rezeptur vor, kontrollieren Sie die Mischungsverhältnisse, entgasen und entlüften Sie das Material und fügen Sie bei Bedarf Farbe in Chargen hinzu.
- Vorbereitung von Form und Maschine: Verwenden Sie Zweifarben-Spritzgusssysteme, Drehtische, Dual-Shot-Düsenformen oder 2K-Spritzgussanlagen und wählen Sie je nach Verfahren geeignete Temperaturregelungs- und Dosiersysteme aus.
- Erste Einspritzung und Formung: Zuerst das erste Material formen (in der Regel das Substrat oder der harte Kern) und die Aushärtung oder Positionierung abschließen.
- Zweite Einspritzung: Spritzen Sie das zweite Material in das erste Teil, während es sich noch in der Form befindet oder nach der Positionierung, um Co-Flow- oder Überformungsstrukturen zu erzielen.
- Nachhärtung und Abkühlung: Führen Sie je nach Silikontyp die erforderliche Vulkanisierung oder Nachhärtungsbehandlung durch, um die Materialeigenschaften sicherzustellen.
- Sekundäre Bearbeitung und Prüfung: Besäumen, Entgraten, Reinigen, Funktionsprüfung und Sichtprüfung; bei Bedarf Lasermarkierung oder Tampondruck durchführen.
Oberflächenbehandlung und Nachbearbeitung:
- Formtextur und Matt-/Glanzkontrolle: Erreichen Sie durch Oberflächenbehandlungen der Form unterschiedliche haptische und optische Effekte.
- Färben und Bedrucken: Zweifarbige Formteile können nachfolgende Lackierprozesse reduzieren; unterstützen Sie bei Bedarf Tampondruck, Tintenstrahl oder Lasermarkierung.
- Beschichtungen und antibakterielle Behandlungen: Funktionelle Oberflächenbeschichtungen können hinzugefügt werden (z. B. Antihaft-, Anti-Fingerabdruck- oder antibakterielle Beschichtungen).