Das Schwerkraftgussverfahren kombiniert die Flexibilität des Sandgusses mit den Vorteilen des Druckgusses hinsichtlich Oberflächenbeschaffenheit und Maßhaltigkeit. Damit eignet es sich für mittelgroße bis kleine Serien und die Massenproduktion, bei denen eine höhere geometrische Genauigkeit, eine gute Oberflächenglätte und eine zuverlässige strukturelle Leistungsfähigkeit erforderlich sind.
Hauptmerkmale des Schwerkraftgusses:
- Gute Maßgenauigkeit und Oberflächenqualität: Die Formgebung erfolgt in Metallformen mit gleichmäßiger Kühlung, wodurch glatte Oberflächen entstehen, die den Nachbearbeitungsaufwand reduzieren.
- Hervorragende mechanische Eigenschaften: Eine schnellere Wärmeübertragung und moderate Erstarrungsgeschwindigkeiten in Metallformen führen zu Gussteilen mit höherer Dichte und besserer Mikrostruktur als herkömmliche Sandgussteile.
- Ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Effizienz: Langlebige Formen und sinkende Stückkosten bei steigendem Volumen machen das Verfahren für mittlere bis große Produktionsserien geeignet; Kavitätenänderungen sind flexibel und die Vorlaufzeiten für Formen sind kürzer als bei komplexen Hochdruckgussformen.
- Kontrollierbarer Toleranzbereich: Das Formdesign und die Steuerung der Prozessparameter ermöglichen enge Maßtoleranzen, was die Anforderungen an die nachgelagerte Bearbeitung und Montage erleichtert.
- Breite Materialanpassungsfähigkeit: Unterstützt Aluminiumlegierungen, Kupferlegierungen, Magnesiumlegierungen, Zinklegierungen und einige niedriglegierte Stähle, um verschiedene mechanische und korrosionsbeständige Anforderungen zu erfüllen.
Material- und Prozesshighlights:
- Gängige Materialien: Aluminiumlegierungen (häufig für Strukturteile und Gehäuse verwendet), Kupferlegierungen (für verschleißfeste oder leitfähige Komponenten), Zinklegierungen (für kleine, komplex geformte Teile) und Magnesiumlegierungen (für leichte Komponenten).
- Formen und Gießen: Es werden permanente Formen aus Stahl oder Gusseisen verwendet, die durch Schwerkraftguss gefüllt werden; die Formoberflächen können mit verschleißfesten oder isolierenden Beschichtungen behandelt werden, um die Lebensdauer zu verlängern und die Erstarrung zu stabilisieren.
- Kühlung und Erstarrungskontrolle: Die Gestaltung der Formkühlung, die Anordnung der Angüsse und Steigkanäle sowie die Entlüftung des Kerns dienen dazu, die Erstarrungsrichtung zu steuern und Schrumpfhohlräume, Einfallstellen und Einschlussfehler zu reduzieren.
- Nachfolgende Wärmebehandlung: Je nach Material und Leistungsanforderungen werden Glühen, Lösungsglühen, Auslagern und andere Wärmebehandlungen durchgeführt, um die mechanischen Eigenschaften zu optimieren.
Typische Anwendungsbereiche:
Schwerkraftguss wird häufig für Automobil- und Motorradkomponenten, Pumpen- und Ventilgehäuse, Getriebe- und Stützbauteile, Instrumentengehäuse, LED-Lichtkühlkörper, Baubeschläge und Befestigungselemente, nicht kritische Luft- und Raumfahrtstrukturen sowie verschiedene mittelgroße bis große Bauteile von Maschinen verwendet, bei denen sowohl Maßgenauigkeit als auch mechanische Leistung erforderlich sind.